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Der Schlüsselkrieg
zu Neinstedt im Jahr 1661
unter info@stecklenberg.de zu beziehen. Turbulent wie in einer Komödie ging es damals zu, zwei lokale Großmächte standen sich säbelrasselnd gegenüber,
Ein Theaterstück nach den historischen Ereignissen wurde
zur 350 Jahrfeier vom 23.7. – 24.7.2011 in Neinstedt aufgeführt.
Handelnde Personen und Charaktere |
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Brandenburg |
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Herzog August von Braunschweig-Wolfenbüttel Einer der gelehrtesten Fürsten seiner Zeit (Gründer der Herzog-August-Bibliothek in
Wolfenbüttel) |
Kurfürst Friedrich Wilhelm von
Brandenburg, Herzog in Preußen Pragmatisch und
reformfreudig - nach 1675 als der
„Große Kurfürst“
bezeichnet |
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beide Herren glaubten sich als Lehnsherren der
Grafschaft Reinstein (Regenstein), da Ihre Vorgänger jeweils Teile zu Lehen
gegeben hatten und versuchten ihre Regierungsgewalt auch
durch Einsetzen der Pastoren zu untermauern. |
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Wilhelm Leopold von Tättenbach-Reinstein wurde 1643 von dem damaligen Bischof von Halberstadt, Erzherzog Leopold
Wilhelm, mit der ehemaligen Grafschaft Regenstein (Halberstädter Lehnsteil) belehnt. |
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Die herzoglich braunschweigische
Regierung in Blankenburg Hofrat und Kanzleidirektor Simon Finke diensteifrig, tatkräftig und hartnäckig, dabei aber auch auf seine
eigene Sicherheit bedacht und sich stets ins rechte Licht bei seinem
Potentaten setzend. Schreckt nicht davor zurück, auch einfache Leute für
seine Zwecke einzubinden und ggf. zu opfern, hochintelligent |
Die Regierung des Fürstentums
Halberstadt (zu Kurbrandenburg gehörig) Halberstädter Kanzler Leonhard Weiler kühl, pragmatisch und zupackend |
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Pastor Otto Balthasar Höhne (unterstand dem Blankenburger
Superintendenten Johannes Herweg) wurde in Neinstedt nach dem Ableben des
Pfarrers Andreas Jäger von den Blankenburgern eingesetzt |
Pastor Ehrn Michael Schröder wurde
in Neinstedt von Halberstädter Seite eingesetzt |
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Pastor Höhne wurde von Brandenburgisch/Halberstädter Seite arretiert und in einem Pferdestall über der Jauchengrube festgesetzt. Frau und Kinder erkrankten daraufhin schwer vor Sorge und Gram.
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Pastor
Schröder begab sich am 21.
Juni mit entsprechenden Halberstädter Vollmachten und in Begleitung eines
Trupps Soldaten unter dem Obristen
von Burgsdorf
nach Neinstedt, um
sein Amt anzutreten. Er hatte Ordre, ggf. die Schlösser der Kirche durch
einen Schlosser und mit Hilfe der Soldaten, die entsprechende Befehle hatten,
aufbrechen zu lassen. |
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Kanzleidirektor Finke hatte unterdessen vorsorglich die Kirchtür- und
Kirchturmschlüssel an sich genommen, damit die Betglocke nicht geläutet
werden konnte. Dies berichtete er umgehend dienstbeflissen an seinen Herzog,
hielt sich selbst aber nicht in Neinstedt auf. |
Pastor
Schröder ließ dann am 28.
Juni die Schlösser aufbrechen, hielt seine Predigt und erteilte die heiligen Sacramente.
Die Kirchgeschworenen und Eingepfarrten waren aufgerufen, diesem Gottesdienst
beizuwohnen. Unterdessen besetzte der Obrist von Burgsdorf mit seinen
Soldaten das Dorf Neinstedt. |
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Nach der gewaltsamen Inbesitznahme war die Empörung in Blankenburg groß. Simon Finke bot Soldaten, Schützengesellschaften, Bedienstete,
Bürger und Bauern auf, etwa 130 Bewaffnete, die am 30. Juni sonntags Neinstedt besetzten, um
den Gottesdienst Schröders zu verhindern. |
Die Brandenburger zogen
sich angesichts der Übermacht zurück. |
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Die Blankenburger nahmen jetzt das Dorf in Besitz und suchten unter großem Geschrei Pastor Schröder, um diesen nach Blankenburg gefangen zu nehmen. Sie drangen gewaltsam in die Kirche, nahmen Klöppel und Glocken weg und veranlassten Pastor Höhne, den Gottesdienst wieder durchzuführen.
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Simon Finke besetzte mit 60 Mann den Neinstedter Kirchplatz, zog
sich selbst aber zurück. |
Jetzt erst fanden
die Brandenburger Gelegenheit, einen
Boten nach Halberstadt zu schicken. Noch in der Nacht wurde von Halberstadt
aus der Obristwachtmeister Brösse mit zwei Compagnien
Soldaten nach Neinstedt geschickt. |
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Simon Finke sammelte daraufhin sofort wieder seine Truppen, ließ mit
ein paar hundert Mann den Ort besetzen und ging mit 50 Mann dem
Obristwachtmeister entgegen. |
Brösse ließ sich nicht
beeindrucken und forderte Finke auf abzuziehen.
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Finke berief sich auf eine Korrespondenz zwischen seinem
Herzog und dem Kurfürsten, deren Ergebnis er abwarten wolle. |
Brösse marschierte dennoch
weiter, die Blankenburger wichen zurück und auch die Besatzung des Kirchhofes
räumte diesen Platz. Lediglich 60 Blankenburger verschanzten sich in der
Kirche. |
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Finke schäumte vor Wut und zog sich zurück, um die
Harzbauern und Schützen zu mobilisieren. Inzwischen zogen sich die
Blankenburger ängstlich zurück, lediglich ein Trupp von 25 Mutigen verblieb
in der Kirche. |
Die Drohungen Finkes
veranlassten Brösse umgehend in
Halberstadt um Verstärkung nachzusuchen, die ihm sofort gewährt wurde. Obristlieutnant
Klinke
eilte mit 50 Mann
Verstärkung sofort herbei und hatte Ordre, Simon Finke zu fangen und nach
Halberstadt zu verbringen. |
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Schlussendlich
sind die Glockenklöppel und Schlüssel durch die Blankenburger wieder
zurückgegeben worden und die
25 Blankenburger konnten zurückkehren. Pastor Schröder übernahm den Dienst in
der Kirche. |
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Im gleichen Jahr verstirbt Graf Wilhelm Leopold
von Reinstein-Tättenbach und dessen Neffe Hans Erasmus bekommt die Grafschaft
vom Herzog zu Braunschweig und Kurfürsten von Brandenburg nochmals
beiderseits belehnt. Hans Erasmus verstrickt sich 1670 in eine
Verschwörung gegen den Kaiser und wird am 1. Dezember 1671 in Graz
enthauptet. |
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Die Enthauptung Tättenbachs 1671
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Die Grafschaft wird jetzt endgültig von
Kurbrandenburg eingezogen, alle Proteste Braunschweigs sind vergeblich. Vergleiche fruchten nicht, auf dem Regenstein
bauen die Brandenburger eine riesige Festung. Auch der angestrengte Prozess vor dem Reichskammergericht
wird nie beendet oder entschieden. Die ehemalige Grafschaft Reinstein-Tättenbach
mit Neinstedt ist seit 1670 brandenburgisch und damit von 1701 bis 1945 zu
Preußen gehörig. |
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Impressum und Anfragen
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